Begriffsklärung: Was ist Energie?

Das Wort Energie leitet sich aus dem Griechischen „energeia“ ab und heißt übersetzt „wirkende Kraft“. Energie ist unsichtbar, man erkennt sie an ihrer Wirkung. Überall da, wo wir Bewegung, Wärme, Licht oder Verformung wahrnehmen, ist Energie im Spiel.
Energie ist lebensnotwendig, da sie für alle natürlichen Vorgänge gebraucht wird. Sie kann übertragen und umgewandelt werden.

Blaue Blitze vor dunklem Hintergrund

klyaksun/Shutterstock

Energieumwandlung im Alltag:

Wenn du deine Hände aneinanderreibst, werden sie warm. Warum? Weil kinetische Energie (Bewegung) durch Reibung in Wärmeenergie umgewandelt wird.

Finde ein weiteres Beispiel, wie du Energie im Alltag umwandelst.

Rechnen & Verstehen

Arbeit wird verrichtet, wenn eine Kraft etwas entlang eines Weges bewegt.

Formel: W = F ⋅ s

Einheit: J(Joule) = N ⋅ m

Alltagsbild: Schieben/Tragen kostet „Energie-Münzen“ pro Meter.

Leistung sagt, wie viel Energie pro Zeit umgesetzt wird.

Formel: P = E t (oder P = W t )

Einheit: 1  W = 1  J/s
ACHTUNG: Hier kann die Einheit W (= Watt) leicht mit Arbeit verwechselt werden, die im Absatz davor auch mit W abgekürzt wird.

Energie aus Leistung und Zeit: E = P ⋅ t

P in kW und t in h → E in kWh
P in W und t in s → E in J

Mini-Umrechnungen:
1000  W = 1  kW ; 60  min = 1  h ; 1  kWh = 3,6  MJ

1.000.000 W = 1.000 kW = 1 MW
1 h = 60 min = 60 × 60 s = 3.600 s
1 W = 1 J/s und andersrum 1 J = 1 Ws
1  kWh = 1 × 60 × 60 kWs = 3.600 kWs = 3.600 kJ = 3,6 MJ

Bei Umwandlungen wird Energie nicht vernichtet, kann aber z. B. als Abwärme nur zum Teil genutzt werden.

Formel: η = E Nutz E zugeführt

Beispiel: Lampe → Licht (Nutzenergie) + Wärme (nicht für Licht nutzbar).

Energie kann über verschiedene Mechanismen weitergegeben werden: durch mechanische Arbeit (etwa beim Anheben eines Gewichtes), elektrische Vorgänge (wie beim Stromfluss durch ein Kabel) und durch Wärmeübertragung.

Wärmeübertragung: Leiten, Strömen, Strahlen – so „wandert“ Wärme im Alltag
Wärme wird auf drei Wegen übertragen:

  • Leitung (z. B. Metalllöffel im Tee wird heiß)
  • Strömung (warme Luft steigt über dem Heizkörper auf)
  • Strahlung (Sonne, Lagerfeuer – geht auch ohne Luft dazwischen)

Verschiedene Materialien leiten Wärme unterschiedlich gut. Unten siehst du Fotos von verschiedenen Stoffen. Welche Stoffe leiten Wärme gut, welche schlecht? Bringe die Fotos in eine Reihenfolge. Ordne auf Platz 1 den besten Wärmeleiter an, auf Platz zwei den Zweitbesten, und so fort.

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Energieformen sind wie verschiedene Sprachen – Umwandler sind die Übersetzer

Schaubild Energieformen im Überblick – Umwandlung und Nutzung
Energieformen im Überblick – Umwandlung und Nutzung

FWU Institut für Film und Bild

Energieformen

In der Physik unterscheidet man sechs Energieformen.

Energieform = Energie von Bewegung (kinetische Energie) und Lage (potenzielle Energie).
Woran erkennt man sie? Daran, dass sich etwas bewegt oder durch Höhe/Spannung „Bewegungspotenzial“ hat.
Beispiel = ein fahrendes Fahrrad, ein rollender Ball, ein drehendes Windrad (Bewegungsenergie); ein hochgehobenes Buch oder Wasser im Stausee (Lageenergie).
Typische Umwandlung = Lageenergie → Bewegungsenergie (fallendes Objekt) oder Bewegungsenergie → elektrische Energie (Windrad treibt Generator).

Energieform = Energie, die in der Bewegung von Atomen und Molekülen steckt (Wärmeenergie).
Woran erkennt man sie? An Temperaturänderungen: Wird etwas wärmer, steckt mehr thermische Energie darin.
Beispiel = Heizen im Alltag (z. B. Heizkörper erwärmt Luft).
Typische Umwandlung = elektrische Energie → thermische Energie (Heizlüfter) oder chemische Energie → thermische Energie (Verbrennung).

Energieform = Energie, die in Stoffverbindungen „gespeichert“ ist – wie unsichtbare Spannung in den Teilchen.
Woran erkennt man sie? Sie wird frei, wenn eine chemische Reaktion abläuft (z. B. Verbrennen oder Reaktionen im Akku).
Beispiel = Lebensmittel, Holz, Kohle, Erdgas, Benzin sowie Akkus und Batterien.
Typische Umwandlung = chemische Energie → Wärme/Licht (Verbrennung) oder chemische Energie → elektrische Energie (Batterie/Akku), oft weiter zu Bewegung (Motor) oder Wärme (Heizer).

Energieform = Energie, die durch elektrische Spannung bereitgestellt wird und in Geräten genutzt werden kann.
Woran erkennt man sie? Daran, dass in einem geschlossenen Stromkreis Ladungen fließen und Geräte funktionieren.
Beispiel = Föhn: Strom aus der Steckdose wird genutzt.
Typische Umwandlung = elektrische Energie → Wärme (Föhn/Heizer), Licht (Lampe) oder Bewegung (Elektromotor).

Energieform = Energie, die durch elektromagnetische Wellen transportiert wird.
Woran erkennt man sie? Wir nehmen sie als Licht oder als Wärmestrahlung wahr; sie kann Materie erwärmen oder durchdringen.
Beispiel = Infrarotsauna (Wärmestrahlung); außerdem zählen auch Röntgenstrahlen und Radiowellen dazu.
Typische Umwandlung = Strahlungsenergie → thermische Energie (Erwärmung) oder Strahlungsenergie → elektrische Energie (Photovoltaik).

Energieform = Energie, die im Atomkern gespeichert ist (umgangssprachlich „Atomenergie“).
Woran erkennt man sie? Sie wird frei, wenn Atomkerne gespalten (Kernspaltung) oder verschmolzen (Kernfusion) werden. Bei der Kernspaltung wird ein schwerer Atomkern durch den Beschuss mit einem Neutron instabil und zerfällt in zwei (oder mehrere) kleinere Kerne. Dabei wird sehr viel Energie frei – und es entstehen radioaktive Spaltprodukte (neue Atomkerne), die Strahlung aussenden.
Beispiel = Kernspaltung in Kernkraftwerken (unter Freisetzung radioaktiver Strahlung).
Typische Umwandlung = Kernenergie → Wärme → mechanische Energie (Turbine) → elektrische Energie (Generator).

Die interaktive Galerie zeigt die Kernspaltung von Uran 235.

Einheiten Energie & Arbeit

J = Joule = 1 Wattsekunde (Ws)
kJ = Kilojoule = 1000 J
kWh = Kilowattstunde = 3600 kJ

Energieeinheiten im Alltag

Ein Wasserkocher hat eine Leistung von 1000 W. Er läuft 6 Minuten. Wie viel elektrische Energie verbraucht er in dieser Zeit in kWh?

Lösung (Schritt für Schritt):

Leistung umrechnen:
1000 W = 1 kW

Zeit umrechnen (min = 1/60 h):
6 min = 6 60 h = 0,1 h

Energie berechnen:
E = P × t = 1 kW × 0,1 h = 0,1 kWh

0,1 kWh = 0,36 MJ = 360 kJ

Begriffsklärung: Energieumwandlung & Energieerhaltung

Energie wird nicht erzeugt oder vernichtet, sondern von einer Form in eine andere umgewandelt. Sie kann dabei übertragen werden.

Schematische Darstellung einer Energieumwandlungskette mit Verlustenergien bei jeder Umwandlung
Bei jeder Energieumwandlung wird ein Teil der nutzbaren Energie als Verlustenergie an die Umgebung abgegeben.

Hauptsätze der Thermodynamik

Die Thermodynamik ist ein Teilgebiet der Physik, das sich mit Energie, Arbeit, Wärme und deren Umwandlungen beschäftigt. Sie erklärt in vier Hauptsätzen, wie Wärme, Arbeit und Energie zusammenhängen, wie Energie umgewandelt wird und wo die Grenzen dieser Umwandlung liegen.

Thermisches Gleichgewicht ist übertragbar: Haben A und B beide die gleiche Temperatur wie C, dann haben A und B auch die gleiche Temperatur.

Stehen zwei Systeme jeweils im thermischen Gleichgewicht mit einem dritten System, stehen alle drei im thermischen Gleichgewicht miteinander, da sich die Systeme in Bezug auf Temperatur angleichen.

Temperatur ist wie eine Tonhöhe. System C ist eine Stimmgabel, die einen bestimmten Ton vorgibt. Wenn System A mit C „gleich klingt“ (also die gleiche Temperatur hat) und System B auch mit C „gleich klingt“, dann müssen A und B automatisch auch gleich klingen – sie haben dieselbe Temperatur.

Ein Beispiel: Ein Thermometer (System A) wird in ein Glas mit 22 °C warmem Wasser (System C) gehalten. Nach kurzer Zeit zeigt das Thermometer 22 °C an. Thermometer und Wasser sind nun im thermischen Gleichgewicht, d. h. es fließt keine Wärme mehr zwischen ihnen. Ein zweites Thermometer (System B) wird in das Glas (System C) gehalten. Wenn auch dieses 22 °C anzeigt, dann sind beide Thermometer (System A und B) jeweils mit dem Wasser (System C) im thermischen Gleichgewicht.

Der 0. Hauptsatz (thermisches Gleichgewicht) ist die Basis für jede Temperaturmessung. Er ist deshalb grundlegend für die gesamte Thermodynamik.

Energie verschwindet nicht: Sie wandert nur – als Wärme oder als Arbeit.

Der 1. Hauptsatz der Thermodynamik beschreibt die Energieerhaltung bei Wärme- und Arbeitsprozessen. Energie kann nicht erzeugt oder vernichtet werden: Energie wird umgewandelt oder übertragen. Für ein System heißt das: Die Änderung der im System enthaltenen Energie hängt davon ab, wie viel Wärme zu- oder abgeführt wird und wie viel Arbeit das System verrichtet bzw. an ihm verrichtet wird.

Energie ist wie Geld auf einem Konto. Wärme ist eine Einzahlung (oder Auszahlung), Arbeit ist eine Überweisung, die ein- oder ausgeht. Der Kontostand (die innere Energie) ändert sich nur durch diese Transaktionen.

Ein Beispiel: Beim schnellen Benutzen einer Fahrradpumpe erwärmt sich diese. Warum? Indem du die eingeschlossene Luft zusammendrückst, verrichtest du Arbeit. Diese Arbeit wird in innere Energie umgewandelt – die Luft und wenig später auch die Pumpe werden wärmer.

Wärme fließt von allein nur von warm nach kalt – zurück geht’s nur mit Arbeit.

Dieser Zusammenhang wird mit dem Stichwort Entropie erfasst: Entropie ist ein Maß dafür, wie verteilt oder „ungeordnet“ Energie in einem System vorliegt. Der 2. Hauptsatz beschreibt die Richtung, in die Energieumwandlungen möglich sind. In der Natur laufen Vorgänge von allein nur in eine Richtung. Wärme verteilt sich so, dass Temperaturunterschiede kleiner werden. Deshalb sind viele Prozesse nicht umkehrbar: Was sich von selbst „ausgleicht“, lässt sich nicht ohne zusätzliche Energie wieder rückgängig machen.

Wärme ist wie Wasser am Hang. Bergab läuft es von allein. Bergauf geht es nur mit einer Pumpe – das ist die Arbeit, die man von außen zuführen muss.

Ein Beispiel: Im Kühlschrank ist es kälter als in der Küche. Trotzdem wird dem Innenraum Wärme entzogen und an die „Küchen“-Umgebung abgegeben. Das passiert nicht von selbst: Mittels elektrischer Energie wird die Wärme vom kalten Innenraum nach außen transportiert.

Je kälter, desto geordneter, aber absolute Ordnung gibt es nicht!

Der 3. Hauptsatz beschreibt, was beim Abkühlen in Richtung absoluter Nullpunkt (0 K = -273,15 °C) passiert. Mit sinkender Temperatur nimmt die Wärmebewegung der Teilchen ab. Dadurch gibt es immer weniger mögliche Anordnungen – das System wird geordneter.

Ein perfekter Kristall hätte bei 0 K die maximale Ordnung (die Entropie wäre dann minimal).

Wichtig: 0 K kann man praktisch nicht erreichen, man kann ihm sich nur immer weiter annähern.

Ein Beispiel: Im Klassenraum herrscht freie Platzwahl. Alle laufen herum, wechseln die Plätze – es gibt sehr viele mögliche Sitzordnungen (viel „Unordnung“). Jetzt wird eine feste Sitzordnung eingeführt: Die meisten bleiben auf ihrem Platz, die „Ordnung“ steigt. Absolut ist sie nicht, denn natürlich bewegen sich die Lernenden weiter, wenn auch auf ihrem Platz.

Thermodynamische Hauptsätze im Überblick

0. Hauptsatz: Er beschreibt das thermische Gleichgewicht und ist die Basis für die Temperaturmessung. Der 0. Hauptsatz ist deshalb grundlegend für die gesamte Thermodynamik.

1. Hauptsatz: Energie kann weder erzeugt noch vernichtet, sondern nur umgewandelt werden.

2. Hauptsatz: Wärme fließt von selbst nur von warm nach kalt; der umgekehrte Weg erfordert Arbeit.

3. Hauptsatz: Je näher ein System dem absoluten Nullpunkt kommt, desto kleiner wird seine mögliche Entropie.

Tabelle mit Geräten und Anlagen zur Einschätzung der Energieumwandlung und des Wirkungsgrades.
Gerät/Anlage Zugeführte Energie Genutzte Energie Wirkungs­grad [%]

Glühbirne

Elektroherd

Solarzelle

Kernkraftwerk

Windkraftanlage

Wasserkraftwerk

Die interaktive Galerie zeigt die Kernspaltung von Uran 235.

Begriffsabgrenzung: Temperatur vs. Wärme

Im Alltag werden die Begriffe oft synonym verwendet. In der Physik beschreibt die Temperatur hingegen den Zustand eines Körpers. Sie wird in Grad Celsius (°C) oder Kelvin (K) angegeben. Wärme bezeichnet dagegen den Prozess der Energieübertragung und wird in Joule (J) gemessen.

Ein Beispiel: Ein Glas Tee und eine Badewanne sind beide 36 °C warm – sie haben die gleiche Temperatur. Beim Abkühlen gibt die Wanne wesentlich mehr Wärme an die Umgebung ab, da sie viel mehr Teilchen und damit eine viel höhere Wärmemenge hat als der Tee.

Unterrichts­vorbereitung

Die Grundbegriffe „Wärme“, „Temperatur“ und „Energie“

Download Arbeitsblatt PDF SEK I

handwerk-macht-schule.de

Grundlagen zum Verständnis von Energie

Download Materialsammlung PDF

energieatlas.bayern.de

Audio & Video

Energieumwandlung einfach erklärt

Video Kl. 9

YouTube

Was ist Energie?

Video Kl. 7 – 13

mundo.schule

Spiele & Experimente

Energie-Quartett

Kartenspiel

wimsons-mission.de

Das Energie-Ballspiel

Spiel für SEK I

umwelt-bildung.at

Linktipps

Glossar

Nachschlagewerk | BMWE

energieforschung.de

Die verschiedenen Formen von Energie

Basiswissen

dlr.de