Wie sich unsere Energienutzung verändert
Wenn sich Energienutzung historisch verändert, geht es immer um drei Fragen: Wie viel? Wofür? In welchem Bereich?
Eigene Darstellung nach Merki und Sieferle, VCÖ 2017
Energienutzung im Wandel der Zeit
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Urzeit
Nahrung ist der „Akku“, Muskeln der „Motor“
Der Körper wandelt Energie aus Nahrung in Muskelarbeit um – so können Menschen heben, laufen und Werkzeuge nutzen. Mit dem gezielten Entfachen von Feuer (spätestens vor ca. 400.000 Jahren) kamen neue Möglichkeiten hinzu: wärmen, schützen, kochen.
Die Beherrschung des Feuers war eine Schlüsselinnovation der Frühmenschen für Schutz, Wärme und kulturelle Entwicklung. Gorodenkoff/Shutterstock
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Frühe Agrargesellschaft / Antike
Dank Wasserkraft wird aus Handwerk „Maschinenwerk“
Naturkräfte übernehmen Arbeit:
Die frühesten belegten Wassermühlen stammen aus dem hellenistischen Raum. Der griechische Mechaniker Philon von Byzanz beschrieb um 250 v. Chr. ein Wasserrad. Der römische Ingenieur Vitruv erwähnte im 1. Jahrhundert v. Chr. das senkrechte Wasserrad mit Getriebe. -
Mittelalter
Mühlen als „Kraftwerke“ und Wirtschaftsmotor
In Europa entstanden vielerorts Wasser- und Windmühlen. Sie erhöhten die Produktivität, besonders in Landwirtschaft und Handwerk.
Windmühlen dienten bereits im Mittelalter zur Umwandlung von Windkraft in mechanische Energie. Khomulo_Anna/Shutterstock
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Frühe Neuzeit
Biomasse bleibt zentral, Naturkräfte unterstützen
Für Wärme und Kochen nutzten die Menschen vor allem Holz und Torf; für mechanische Arbeit blieben Wasser- und Windkraft zentrale Antriebe. Mit wachsenden Städten und Gewerben stieg der Energiebedarf – Holz wurde in dicht besiedelten Regionen knapper und teurer, und Energie wurde zunehmend zur Versorgungsfrage.
In der frühen Neuzeit wurde mit Holz gekocht. Apethikan/Shutterstock
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Industrialisierung
Maschinenkraft wird unabhängig von Wind und Fluss
Revolutionierung der Energienutzung: Die Dampfmaschine lieferte Energie unabhängig von Muskel- und Naturkraft. James Watt (1736 – 1819) entwickelte die Dampfmaschine weiter und machte sie noch effizienter.
Der systematische Abbau von Kohle lieferte Energie für Fabriken und Eisenbahnen und den Rohstoff für die Stahlproduktion. Das Prinzip „Wärme → Bewegung“ prägt Wärmekraftwerke bis heute.
Die erste funktionstüchtige Dampfmaschine wurde Anfang des 18. Jahrhunderts im Steinkohlebergbau eingesetzt. Wirestock Creators/Shutterstock
1888 ging die erste Dampfturbine in Betrieb. Das Prinzip – Dampf treibt die Turbinenschaufeln an – wird bis heute in allen thermischen Kraftwerken angewendet, in denen Brennstoffe verbrannt werden (wie in Kohle- und Gaskraftwerken, aber auch in Biomassekraftwerken).
Der Schwede Carl Gustav Patrick de Laval konstruierte 1883 eine der ersten nutzbaren Dampfturbinen. Unbekannt/Alamy
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19./20. Jahrhundert
Elektrizität wird zur zentralen Energieform
Mit dem Aufbau leistungsfähiger Stromnetze wurde elektrische Energie zuverlässig dorthin transportiert, wo sie gebraucht wurde. Dadurch konnte sich Elektrizität als zentrale Energieform durchsetzen.
Gleichzeitig setzten sich Verbrennungsmotoren (Ottomotoren) durch. Sie waren kompakt und flexibel einsetzbar und verdrängten die Dampfmaschine vor allem in kleinen Betrieben und in der Mobilität. Über rund 1 MW Leistung blieben Dampfturbinen vorherrschend.
Der 4-Takt-Ottomotor wandelt chemische Energie aus Kraftstoff-Luft-Gemischen in mechanische Arbeit um. Sophia M/Thüringer Schulportal
Stromarten im Überblick
Gleichstrom (DC)
Strom fließt nur in eine Richtung (Plus → Minus).
Beispiele: Batterie, Akku, Powerbank, Solarzelle (am Ausgang)
Wechselstrom (AC)
Die Richtung wechselt regelmäßig hin und her.
Beispiele: Steckdose zu Hause (Haushaltsstrom)
Drehstrom (3-Phasen-Wechselstrom)
Das sind drei zeitlich versetzte Wechselströme.
Beispiele: Starkstromanschluss, große Motoren, Herd/Backofen (oft), Werkstattmaschinen -
20. Jahrhundert
Kernenergie – große Energiemengen, große Risiken
1951 erzeugte ein US-Versuchsreaktor erstmals in nennenswertem Umfang Strom aus Kernspaltung. Kernenergie lieferte weltweit einen Anteil an der Stromerzeugung und stellte besondere Anforderungen an Sicherheit und Entsorgung.
Heute stammen rund 9 % des globalen Stroms aus Kernenergie. Gleichzeitig sind mit ihrem Einsatz besondere Risiken verbunden, etwa bei technischen Störungen, Unfällen oder der langfristigen Lagerung radioaktiver Abfälle.
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Heute/Ausblick
Energiewende, erneuerbare Energien & Nachhaltigkeit
Deutschland, Europa und viele Staaten weltweit bauen das Energiesystem um. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Umbau der Stromerzeugung sowie im Wärme- und Mobilitätssektor. Warum? Ziel des Umbaus ist die Verringerung von Treibhausgasemissionen zur Begrenzung des Klimawandels. Außerdem soll die Versorgungssicherheit durch eine geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und Energieimporten gesteigert werden (Resilienz).
Laut Umweltbundesamt lag der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch (bezieht sich auf Strom, Wärme/Kälte und Verkehr) 2025 in Deutschland bei knapp 24 %. Im Jahr zuvor waren es rund 23 %. In der EU wurde 2024 laut Eurostat ein Anteil am Bruttoendenergieverbrauch von etwas mehr als 25 % als Durchschnittswert erreicht.
Gemäß dem aktuellen „Nationalen Energie- und Klimaplan“ (NECP) hat sich Deutschland 2024 gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 auf 41 % zu steigern. EU-weit soll der Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 auf rund 43 % und im Idealfall auf 45 % steigen.
Energie im Alltag
Überlege dir drei Wendepunkte in der Geschichte der Energienutzung und begründe, warum sie den Alltag verändert haben.
Energiebedarf, Energieverbrauch und Sektoren
Energiebedarf = Wie viel Energie braucht ein Haushalt / eine Stadt / ein Land, damit alles funktioniert? Der Bedarf hängt z. B. von Faktoren wie Bevölkerung, Technik, Wohlstand, Gebäuden und Effizienz ab.
Energieverbrauch = Wie viel Energie wird tatsächlich genutzt bzw. umgesetzt? Das ist messbar (z. B. in kWh, MJ) und taucht auf Zählerständen, Statistiken und Rechnungen auf.
Vier Sektoren, in denen Energie eingesetzt wird
Haushalte
Gewerbe/
Industrie
Verkehr
Die Energieträger, die dort genutzt werden, sind vor allem Strom, Öl, Gas und Biomasse. Zur Anwendung kommen sie bspw. als Wärme, mechanische Energie oder Beleuchtung.
HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V.
Unterrichtsvorbereitung
Zeitstrahl: Energie & Klima
Methodenbaustein für SEK I & II
Mensch und Energie
Energiewissen für Schüler:innen
Audio & Video
Energie
Wissensvideo | Terra X
Wie machte man in der Steinzeit Feuer?
Video
Spiele & Experimente
Energieskatepark
Simulationsspiel Kl. 5 – 13
Das Energie-Ballspiel
Spiel für SEK I